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Agrarpolitik muss gerechter sein, um Hunger und Armut zu überwinden
20. Januar 2017

Heute beginnt in Berlin die Internationale Grüne Woche, am Sonntag diskutieren die G20-Agrarminister über Wasser und Welternährung. VENRO fordert von der Bundesregierung und der G20 endlich eine nachhaltige Handels- und Agrarpolitik, die Hunger und Armut überwindet, statt die Existenzgrundlage von Bäuerinnen und Bauern im globalen Süden zu zerstören.

Die USA und die Europäische Union (EU) sind die weltweit größten Agrarexporteure. Seit vielen Jahren produziert die europäische Landwirtschaft Überschüsse, etwa an Milch und Fleisch, die sie billig ins Ausland exportiert. "Durch ihre Agrarexporte gefährden die EU und auch Deutschland weltweit die Existenz von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, die mit diesen Billigprodukten nicht konkurrieren können. Es ist höchste Zeit, dass Bundesregierung, EU und G20 ihre Handels- und Agrarpolitik an den Nachhaltigkeitszielen der Agenda 2030 ausrichten", fordert Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender des Verbands Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO).

"Wir brauchen eine gerechtere Handels- und Agrarpolitik. Die Weltgemeinschaft hat sich das Ziel gesetzt, Hunger und Armut auf der ganzen Erde zu beenden. Das ist nur mit einer Stärkung lokaler Landwirtschaft erreichbar, die Weltmärkte können dies nicht gewährleisten. Bei Herstellung, Verarbeitung und Transport von Nahrungsmitteln müssen zudem Import- wie Exportländer menschenrechtliche und sozial-ökologische Standards einhalten", so Bornhorst.

Durch die Ausbreitung der Agrarindustrie in den Entwicklungsländern leiden Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zudem unter Wasserknappheit. "Steigender Verbrauch und Verschmutzung von Wasser führen weltweit zu einem Existenzkampf", erklärt Bornhorst. "Deutschland und die G20 müssen sich dafür einsetzen, dass alle Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und die Landwirtschaft zuallererst die Ernährung der Menschen sichert", erklärt Bornhorst.

Für die Weltwirtschaft sei eine Neuausrichtung unerlässlich. "Die Globalisierung muss gerecht gestaltet werden. Dafür müssen Deutschland und die G20 ernst machen mit ihrem Versprechen, mit den ärmsten Ländern und der Zivilgesellschaft in einen echten Dialog zu treten und deren Interessen und Anliegen in den Mittelpunkt zu rücken", fordert Bornhorst.

Diese Pressemitteilung finden Sie hier zum Download als PDF.

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Steffen Heinzelmann | Telefon: 030/2639299-23 | E-Mail: s.heinzelmann@venro.org

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