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AU-EU-Gipfel: Hoffnungen auf Neustart für gerechten Handel
27. November 2017

Vor dem am Mittwoch beginnenden 5. Gipfel der Afrikanischen Union und der EU fordert der Dachverband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) einen Neustart. 

„Wir erwarten von der Bundesregierung, die europäische Investitionsoffensive so zu lenken, dass vor allem kleine und mittlere afrikanische Unternehmen mehr Jobangebote generieren können“, sagt Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO. „Angela Merkel muss ihre Ankündigung, den Handel zwischen Afrika und Europa auf eine gerechte Basis stellen zu wollen, wahr machen.“

Ein Kernthema des Gipfels wird die Europäische Investitionsoffensive sein. Der Europäische Fonds für nachhaltige Entwicklung soll mit 4,1 Milliarden Euro Privatinvestitionen in Höhe von 44 Milliarden Euro unterstützen. Diese werden sich auf Infrastruktur- und Energieprojekte in reformbereiten Ländern konzentrieren.

"Kleine und mittlere Unternehmen und der informelle Sektor sind der Motor für Beschäftigung. Mit Hilfe erschwinglicher Kredite und verbesserten Zugängen zu Märkten könnten sie Millionen von Arbeitsplätzen schaffen“, so Bornhorst weiter.  "Dieser Gipfel muss ein Neustart sein und dafür sorgen, dass die Jugend Afrikas eine Perspektive bekommt." 

VENRO erwartet von der Bundesregierung, sich auch für mehr Investitionen in die Aus- und Weiterbildung einzusetzen. Zehn bis zwölf Millionen junge Afrikaner kommen jedes Jahr neu auf den Arbeitsmarkt, es entstehen aber nur 3.5 Millionen zusätzliche Jobs im Jahr. "Machen wir uns nichts vor: Die Probleme Afrikas sind auch die Verantwortung Europas. Wir lösen sie nicht durch hochgezogene Mauern", sagt Bernd Bornhorst. "Afrika braucht gerechte Handelsbedingungen. Es muss Schluss sein mit billigen Agrarprodukten aus der EU. Sie vernichten lokale Märkte in Afrika, zerstören Einkommensmöglichkeiten und treiben Kleinbauern in Armut oder in die Migration."

Den Standpunkt von VENRO „Der AU-EU-Gipfel 2017 in Abijan, Elfenbeinküste. Perspektiven für die Jugend schaffen - durch eine gerechte Investitions-, Handels- und Migrationspolitik" finden Sie hier.

Diese PM finden Sie als Download als PDF hier.

 

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