Social Reporting Standard (SRS)

    1. Organisationsprofil

    Beim Social Reporting Standard (SRS) handelt es sich um einen Standard für die "Wirkungsorientierte Berichterstattung" für soziale Organisationen, an dessen Entwicklung etwa zehn Förderorganisationen und soziale Investoren ehrenamtlich mitgearbeitet haben. Ziel des Standards ist es, einen Rahmen für die Dokumentation von Projektwirkungen zu geben und Informationen für Spender, Investoren und Interessierte verständlich aufzuarbeiten.

    Dabei handelt es sich um ein offenes Projekt, welches gemeinsam weiterentwickelt werden soll. So soll ein "Dialog zu unternehmerischem Denken und wirkungsorientiertem Handeln zu Gunsten des Gemeinwohls und darüber hinaus"  geführt und gefördert werden.

    2. Organisationsstruktur

    Der Standard ist ein Gemeinschaftsprojekt der Ashoka Deutschland gGmbH, der Auridis gGmbH, der BonVenture Management GmbH, der Phineo gAG, der Schwab Foundation, der Online-Plattform Spenden.de, der TU München und der Universität Hamburg mit Unterstützung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC, die sich in unterschiedlichen Rollen  an der Entwicklung und Verbreitung des Standards beteiligten.Eine Koordinierungsstelle an der TU München wird gemeinsam von der Vodafone Stiftung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert.

    3. Finanzierung

    Mit Ausnahme der finanzierten 50%-Stelle an der TU München würde der Standard durch Sachleistungen der Partner erstellt.

    4. Interne Transparenz

    Da es sich um einen Standard und nicht um eine Organisation handelt, kann dieser Punkt nicht ausgefüllt werden.

    5. Transparenzverständnis

    Der Standard selbst soll einen Beitrag zu einer vergleichbareren Berichterstattung im Bereich sozialer Organisationen schaffen.

    6. Vorteile für und Anforderungen an die Hilfsorganisationen

    Es findet keine Bewertung statt. Durch die Vereinheitlichung soll vielmehr eine Vergleichbarkeit im Hinblick auf die Qualität, insbesondere hinsichtlich der Wirkungskette der Angebote dokumentiert und kommuniziert werden. Die SRS-Berichterstattung geschieht auf freiwilliger Basis und wird durch die NRO selbst durchgeführt.

    7. Unsere Einschätzung:

    Aus unserer Sicht kann der Rückgriff auf den SRS sehr sinnvoll sein, insbesondere im Hinblick auf die Herausforderung einer wirkungsorientierten Berichterstattung. Bislang hat der Standard im Bereich der entwicklungspolitischen Szene noch keinen hohen Bekanntheitsgrad. Die Darstellung von Wirkungen ist aber für die entwicklungspolitischen Organisationen ein zentrales Thema: Eine systematische Verbindung mit dem Berichtswesen (Jahresberichte, Rechenschaftsberichte) gibt es bislang nicht. Der Standard könnte daher auch für entwicklungspolitische Organisationen eine durchaus neue Qualität der Berichterstattung auf den Weg bringen. Durch den modularen Aufbau können Organisationen die Elemente für ihre Berichte auswählen, die ihrer aktuellen Situation gerecht werden.

    Zugleich darf das Instrument nicht überschätzt werden: Es handelt sich in erster Linie um eine Art Handbuch zur Dokumentation von Projektwirkungen. Da entwicklungspolitische Organisationen in der Regel zahlreiche Projekte durchführen, steht der Beweis aus, dass der Standard in der derzeitigen Form und Komplexität nicht nur als Leitfaden für eine Projektevaluierung sondern auch als Leitfaden für einen entwicklungspolitischen Jahresbericht verwendet werden kann noch aus.  Ein interessanter Versuch wäre es in jedem Falle.

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