Flucht und Migration

Zurzeit leben mehr als 250 Millionen Menschen in einem anderen Land als ihrem Geburtsland. Etwa ein Zehntel von ihnen sind Geflüchtete. Die meisten bleiben in den Nachbarstaaten – häufig Länder mit niedrigem oder mittlerem Einkommen, die selbst mit Konflikten oder politischen Spannungen zu kämpfen haben. Sowohl die humanitäre Hilfe als auch die Entwicklungszusammenarbeit stehen hier vor großen Herausforderungen.

Auch viele Themen, die in der deutschen Politik diskutiert werden, sind entwicklungspolitisch relevant. Dazu gehören zum Beispiel das Fachkräftezuwanderungsgesetz, die Seenotrettung, die Rückführung von Migrantinnen und Migranten oder das Zusammenleben in der Einwanderungsgesellschaft. Zudem trägt Deutschland auf europäischer und globaler Ebene Verantwortung gegenüber Geflüchteten und Migrant_innen. VENRO verfolgt daher den öffentlichen Diskurs und bezieht selbst Position. Der Verband begleitet zudem den Prozess rund um den Globalen Migrationspakt. Fragen des Schutzes von geflüchteten Menschen werden im Rahmen der VENRO-Arbeitsgruppe Humanitäre Hilfe behandelt.



Forderungspapier

Im Dezember 2018 hat die Staatengemeinschaft den Globalen Migrationspakt verabschiedet. Gemeinsam mit vielen anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Deutschland hat VENRO gegenüber der Bundesregierung Erwartungen und Forderungen an den Umsetzungsprozess in einem Forderungspapier formuliert.



Mailingliste

Seit Februar 2017 besteht eine Mailingliste, die dazu dient, sich über Migrationsthemen auszutauschen. Der Liste gehören aktuell mehr als 120 zivilgesellschaftliche Akteur_innen aus den Bereichen Migration und Entwicklung an. Wenn auch Sie in die Liste aufgenommen werden möchten, teilen Sie uns dies bitte in einer formlosen Mail an a.seufert(at)venro.org mit.



African-European Civil Society Migration Dialogue

Impulse für eine menschenrechtsbasierte Migrationspolitik: VENRO vernetzt zivilgesellschaftliche Organisationen aus Afrika und Europa

In der neuen Legislaturperiode gibt es Chancen, die nationale und internationale Migrationspolitik humaner und meschenrechtsbasierter zu gestalten. Der Koalitionsvertrag der Bundesregierung kündigt einen Paradigmenwechsel in der Migrations- und Geflüchtetenpolitik an. Auf internationaler Ebene ermöglicht das Überprüfungsforum Internationale Migration (IMRF) im Mai politische Räume, Migration zwischen Afrika und Europa umfassender zu denken. Das Überprüfungsforum in New York bietet eine globale Plattform für staatliche und nichtstaatliche Akteur_innen, um sich über Fortschritte und Herausforderungen bei der Implementierung des Globalen Paktes für sichere, geordnete und reguläre Migration (GCM) auszutauschen. Dieser wurde unter Führung der Generalversammlung der Vereinten Nationen im Jahr 2017 erarbeitet und umfasst 23 Ziele, um eine sichere und reguläre Migration zu gewährleisten. Der Pakt ist nicht rechtlich bindend, wird jedoch von einem Großteil der Staatengemeinschaft – auch von Deutschland – unterstützt, um die Lebensbedingungen von Migrant_innen zu verbessern.

Seit 2017 begleitet VENRO den Prozess rund um die Verabschiedung des GCM und seine Umsetzung in Deutschland. Mit dem Projekt African-European Civil Society Migration Dialogue will VENRO die vielfältigen Aspekte zu Migration zwischen Afrika und Europa veranschaulichen und Praxisbeispiele in den politischen Diskurs einbringen. Durch den von VENRO organisierten Austausch zwischen zivilgesellschaftlichen Netzwerken und Organisationen aus beiden Kontinenten sollen beteiligten Akteur_innen darin bestärkt werden, ihre Expertise einzubringen und sich interkontinental zu vernetzen. Ziel ist es, gemeinsam, humane und nachhaltige Vorschläge für die Steuerung von Migration zwischen Afrika und Europa zu erarbeiten. Diese sollen über die anstehenden internationalen Foren sichtbar werden und einen greifbaren Beitrag in der Gestaltung der AU-EU-Migrationspolitik leisten.

Neben einem Side-Event während des Überprüfungsforums und verschiedenen Austauschformaten sind im Projekt eine Podcast-Reihe mit Porträts von Migrant_innen sowie der Aufbau einer digitaler Kollaborationsplattform geplant. VENRO setzt sich in dem Koordinierungsprozess dieses Austausches dafür ein, dass für die europäische-afrikanische Zivilgesellschaft wichtige Themen aufgenommen werden und ein strukturierter Dialog mit politischen Entscheidungsträger_innen der Migrationspolitik gestärktwird.


Das Projekt 'African-European Civil Society Migration Dialogue' wird von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

 

 

Flucht

Bodo von Borries
Bereichsleiter
+49 30 2639299-13

Migration

Andressa Barp Seufert
Referentin
+49 30 2639299-42