15.04.2024

Solidarität gefordert: Humanitäre Not in Sudan und Äthiopien erreicht kritischen Punkt

Millionen von Menschen im Sudan und in Äthiopien stehen am Abgrund einer humanitären Katastrophe. Anlässlich der Geberkonferenzen heute und morgen in Paris und Genf fordert der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) die Bundesregierung auf, ein deutliches Zeichen der Solidarität zu setzen und umfassende Hilfen bereitzustellen.

Der anhaltende militärische Konflikt im Sudan hat zur weltweit größten internen Vertreibungskrise geführt. Etwa 25 Millionen Menschen benötigen dort humanitäre Hilfe. Mehr als ein Drittel der sudanesischen Bevölkerung ist von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen. Äthiopien, das unter den Folgen eines Bürgerkriegs, unter Dürre-Schocks und Krankheitsausbrüchen leidet, steht vor ähnlich gravierenden Herausforderungen. Rund 21 Millionen Menschen benötigen dringend Lebensmittel, Wasser und Medikamente.

„Es ist zutiefst erschütternd, mitanzusehen, wie sich trotz der dramatischen Notlagen weltweit bei vielen Gebernationen – darunter auch Deutschland – ein Rückzug aus der internationalen Solidarität abzeichnet“, erklärt VENRO-Vorstand Kayu Orellana Mardones. „In diesen kritischen Zeiten müssen wir unsere Anstrengungen verdoppeln, nicht reduzieren. Es geht um Menschenleben und jedes einzelne zählt.“

Im letzten Jahr konnten die humanitären Bedarfspläne der Vereinten Nationen für den Sudan nur zu 49 Prozent und für Äthiopien lediglich zu 34 Prozent gedeckt werden. Die aktuellen Zusagen für dieses Jahr sind noch besorgniserregender. Zugleich plant die Bundesregierung, die Mittel für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe im kommenden Jahr um mehr als 1,5 Milliarden Euro zu kürzen. Dies wäre die dritte Kürzung von mehr als einer Milliarde Euro in Folge bei der internationalen Solidarität. Kein anderes Politikfeld ist in dieser Legislaturperiode stärker von Kürzungen betroffen.

„Deutschland muss auf den Geberkonferenzen mit gutem Beispiel vorangehen und umfassende Hilfen bereitstellen“, fordert Orellana Mardones. „An Finanzminister Lindner und Kanzler Scholz appelliere ich, ihre Kürzungspläne bei der Entwicklungszusammenarbeit und Humanitären Hilfe zu überdenken und die Mittel für das kommende Jahr deutlich aufzustocken. Es ist eine Frage der Menschlichkeit, aber auch der politischen Weitsicht, in eine vorausschauende Krisenprävention sowie in langfristige Stabilität und menschliche Sicherheit zu investieren.“

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