08.06.2018

G7-Gipfel als Chance für gerechteren Welthandel

Heute und morgen kommen die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrieländer zu ihrem jährlichen Gipfeltreffen im kanadischen Charlevoix zusammen. Der Verband für Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe (VENRO) fordert von der Bundesregierung beim G7-Gipfel einen klaren Einsatz für einen gerechten Welthandel, Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit.

Seit dem letzten G7-Gipfel wird immer deutlicher, dass die großen Wirtschaftsnationen kurzfristig nur den eigenen Vorteil im Blick haben - allen voran die USA. Wir brauchen aber langfristig mehr internationale Kooperationen und einen gerechten Interessensausgleich zwischen allen Nationen“, sagt Bernd Bornhorst, Vorstandsvorsitzender von VENRO. „In Kanada sollten sich die G7-Staaten nicht nur mit Stahl und Erdnussbutter beschäftigen, sondern mit der Frage, wie Welthandel und Globalisierung so gestaltet werden können, dass alle Menschen gut leben. Dazu gehört zum Beispiel, dass die G7 sich endlich davon verabschiedet, auf agrarindustrielle Modelle zu setzen und das als Beitrag zum Kampf gegen den weltweiten Hunger zu verkaufen. Nicht nur die familiäre Landwirtschaft, die de facto das Rückgrat der Welternährung bildet, ist durch diese Agro-Industrie gefährdet, sondern auch Klima und Umwelt durch massive Abholzungen und den Einsatz von Pestiziden.“

„Da die USA aus dem Klimaabkommen ausgestiegen ist, müssen die G7 noch konsequenter die Vereinbarungen von Paris umsetzen. Die Industriestaaten sind mit ihren Emissionen die Hauptverursacher des Klimawandels, dessen Folgen vor allem die Ärmsten der Armen treffen“, so Bornhorst. „Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie mit den anderen G7-Staaten verbindliche Verabredungen trifft, die Subventionen für fossile Brennstoffe bis 2025 abzubauen.“

VENRO begrüßt die Entscheidung der kanadischen Regierung, Geschlechtergerechtigkeit als zentrales Thema des G7-Gipfels zu setzen. "Die G7-Staaten sollten konkrete Maßnahmen vereinbaren und die ‚Erklärung für Bildung und Empowerment von Mädchen in Krisengebieten‘ verabschieden. Dafür müssten in den nächsten drei Jahren zusätzliche 1,3 Milliarden US-Dollar über ‚Globale Bildungspartnerschaften‘ sowie über das Programm ‚Education Cannot Wait‘ bereitgestellt werden“, fordert Bernd Bornhorst. „Frauen und Mädchen brauchen einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Gesundheitsleistungen, insbesondere in den Entwicklungsländern. Darauf muss die Politik im Sinne der nachhaltigen Entwicklungsziele der Agenda 2030 abzielen.“

 

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