Countdown 2030
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Globale Ziele brauchen Zivilgesellschaft
Der Countdown läuft: Bis 2030 bleiben noch vier Jahre, um die Ziele der Agenda 2030 voranzubringen.
Zivilgesellschaftliche Akteur_innen spielen eine wichtige Rolle dabei, Nachhaltigkeitsdiskurse auf multilateraler Ebene zu stärken und mitzugestalten. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Brasilien (ABONG), Indien (VANI) und Äthiopien (CCRDA) stärken wir die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit, entwickeln gemeinsame Positionen und bringen Perspektiven der Zivilgesellschaft in multilaterale Prozesse ein. Dieses Anliegen ist vor dem Hintergrund der aktuellen geopolitischen Spannungen besonders zentral.
Nähere Informationen zu unseren Partnern finden Sie hier.
Zu den zentralen multilateralen Prozessen, die VENRO gemeinsam mit seinen Partnern begleitet und mitgestaltet, gehören:
- SDG-Gipfel 2027 in New York
- Verhandlungen zur UN-Steuerrahmenkonvention
- UN-Klimakonferenz COP32 2027 in Addis Abeba, Äthiopien
Unsere Themen
Zentral sind für uns Themen, die zur Verringerung globaler sozialer Ungleichheit und zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen:
- Agenda 2030 und ihre Zukunft
- Gerechte internationale Finanzierung nachhaltiger Entwicklung
- Nachhaltige Ernährungssysteme
- Klimagerechtigkeit und Just Transition
- Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Rolle der Zivilgesellschaft
- Civic Space und Geschlechtergerechtigkeit
Agenda 2030 und ihre Zukunft
Die Zukunft der Agenda 2030 wird zunehmend konkret diskutiert. Geopolitische Konflikte, nationale Abschottungstendenzen sowie Angriffe auf Klima- und Nachhaltigkeitspolitik erschweren die Umsetzung der globalen Nachhaltigkeitsziele.
Umso wichtiger sind zivilgesellschaftliche Stimmen, die sich für eine handlungsfähige, gerechte und inklusive multilaterale Zusammenarbeit einsetzen. VENRO möchte gemeinsam mit seinen Partnern insbesondere Erfahrungen und Perspektiven aus verschiedenen Ländern in internationale Prozesse einbringen und Impulse für die Zukunft der Agenda 2030 setzen.
Ein wichtiger Bezugspunkt ist der SDG-Gipfel 2027, den VENRO gemeinsam mit seinen Partnern aktiv begleiten möchte. Dabei sollen zivilgesellschaftliche Perspektiven gezielt in die internationale Debatte eingebracht und sichtbar gemacht werden.
Entwicklungsfinanzierung
„From Billions to Trillions“ – das war die Vision für die Finanzierung der Agenda 2030 und der SDG in ihren Anfangsjahren. Heute ist sie in weite Ferne gerückt. Um überhaupt noch in die Nähe einer Zielerreichung zu gelangen, braucht es politischen Willen, vor allem aber auch ambitionierte und mit ausreichenden finanziellen Mitteln ausgestattete Maßnahmen.
Dafür braucht es grundlegende Reformen des internationalen Finanzsystems. Dazu gehören die Überwindung der globalen Schuldenkrise, mehr globale Steuergerechtigkeit sowie eine stärkere und gleichberechtigte Beteiligung der bisher benachteiligten Länder an den Governance-Strukturen der multilateralen Entwicklungsbanken. Auch die Reformen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank müssen weiter vorangetrieben werden.
Über das Projekt Countdown 2030 setzen wir uns für eine gerechte internationale Finanzierung nachhaltiger Entwicklung ein. Dazu gehören insbesondere ein internationaler und inklusiver Entschuldungsmechanismus auf UN-Ebene sowie eine globale UN-Rahmenkonvention für internationale Besteuerung. Darüber hinaus setzen wir uns für eine ausreichende öffentliche Entwicklungsfinanzierung und eine stärkere Ausrichtung der internationalen Finanzinstitutionen an menschenrechtlichen, sozialen und ökologischen Standards ein.
Nachhaltige Ernährungssysteme
Weltweit leiden weiterhin Hunderte Millionen Menschen unter Hunger und Ernährungsunsicherheit. 2025 waren schätzungsweise 645 Millionen Menschen von Hunger betroffen. Konflikte, Klimawandel, prekäre Beschäftigung und fehlende soziale Sicherung verschärfen die Ernährungsunsicherheit. Zugleich sind Klima-, Umwelt-, Ernährungs- und Gesundheitskrisen eng miteinander verbunden und erfordern einen ganzheitlichen politischen Ansatz.
Im Projekt setzen wir uns für eine nachhaltige Transformation der Ernährungssysteme ein, die die Resilienz von Menschen, Umwelt und Klima stärkt. Dabei spielen nachhaltige Anbaumethoden sowie ganzheitliche Ansätze wie One Health und Planetary Health eine wichtige Rolle.
Darüber hinaus braucht es strukturelle Veränderungen: nachhaltige Agrarlieferketten, den Schutz von Menschenrechten, eine Reform des Agrarhandels sowie bessere Einkommensperspektiven und Ernährungssicherheit für (Klein-)Bäuer_innen. Ernährungssysteme müssen zudem widerstandsfähiger gegenüber der Klimakrise, Konflikten und Wirtschaftskrisen werden.
Klima
Der Übergang zu einer klimagerechten globalen Gesellschaft ist eine der drängendsten Herausforderungen der kommenden Jahre. Die Folgen der Klimakrise treffen die verwundbarsten Staaten und Bevölkerungsgruppen besonders stark. Bestehende Ungleichheiten und Diskriminierungen werden dadurch zusätzlich verstärkt.
Gemeinsam mit unseren Partnern setzen wir uns für Klimagerechtigkeit und Just Transition ein. Im Mittelpunkt stehen die praktische Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen, die Stärkung lokaler Initiativen sowie konkrete und kontextbezogene Lösungsansätze für eine gerechte und nachhaltige Transformation.
Auch der Zugang zu Anpassungsfinanzierung sowie die Finanzierung von Schäden und Verlusten sind zentrale Anliegen unserer Arbeit.
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und Rolle der Zivilgesellschaft
Die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft gewinnt in der Entwicklungszusammenarbeit weiter an Bedeutung. Damit Investitionen nachhaltig zur Entwicklung beitragen, müssen sie menschenrechtliche und soziale Standards einhalten, existenzsichernde und sozial abgesicherte Beschäftigung fördern und marginalisierte Gruppen einbeziehen.
Zivilgesellschaftliche Organisationen übernehmen dabei eine wichtige Rolle. Sie schaffen Transparenz, stärken die Beteiligung betroffener Gruppen, wirken als Watchdogs für menschenrechtliche Sorgfalt und beraten Unternehmen zu menschenrechtsbasierten Ansätzen.
Im Projekt wollen wir den Dialog zwischen Privatsektor und Zivilgesellschaft stärken, um verantwortungsvolle Unternehmenspraktiken zu fördern und eine an der Agenda 2030 ausgerichtete Wirtschaftsförderung zu unterstützen.
Civic Space und Geschlechtergerechtigkeit
Offene zivilgesellschaftliche Handlungsräume sind eine wichtige Voraussetzung für soziale Gerechtigkeit und nachhaltige Transformation. Gleichzeitig müssen Geschlechtergerechtigkeit sowie die Beteiligung marginalisierter und verwundbarer Bevölkerungsgruppen gestärkt werden.
„Leave No One Behind“ ist deshalb ein zentrales Prinzip unserer Arbeit. Menschen, die von Hunger und Armut, Diskriminierung oder anderen Formen der Marginalisierung betroffen sind, müssen gehört werden, ihre Anliegen müssen in politische Prozesse einbezogen werden. Dafür braucht es offene und geschützte zivilgesellschaftliche Handlungsräume – insbesondere in strukturell benachteiligten Ländern.
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