Gender
Geschlechtergerechtigkeit ist ein Menschenrecht. Es zielt auf den gleichberechtigten Zugang aller Menschen – ungeachtet ihres Geschlechtes – zu ökonomischen, sozialen und politischen Ressourcen und Rechten. Gleichzeitig ist Geschlechtergerechtigkeit eine zentrale Voraussetzung für globale Gerechtigkeit sowie für nachhaltige Entwicklung und wirksame humanitäre Hilfe. Feministische Ansätze machen bestehende Machtverhältnisse und Benachteiligungen sichtbar und zielen darauf ab, strukturelle Ungleichheiten dauerhaft zu überwinden.
Doch Geschlechtergerechtigkeit steht zunehmend unter Druck: Weltweit gewinnen nationalistische, fundamentalistische und antifeministische Akteur_innen an Einfluss und treiben gezielt Rückschritte für Menschenrechte von Frauen, Mädchen und LSBTIQ+-Personen voran. Unter dem Schlagwort „Anti-Gender“ werden feministische Errungenschaften, sexuelle und reproduktive Rechte sowie die Rechte von LSBTIQ+-Personen systematisch delegitimiert und angegriffen. Diese Entwicklungen verschärfen Ungleichheit und treffen insbesondere Frauen, queere Personen und andere marginalisierte Menschen.
Die VENRO-AG Gender bietet einen Raum für Austausch, Vernetzung und strategische Debatten zur Stärkung von Geschlechtergerechtigkeit und feministischen Ansätzen in der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe. Sie setzt sich sowohl im entwicklungspolitischen, humanitären als auch im verbandspolitischen Kontext für intersektionale, feministische und machtkritische Ansätze ein und fördert solidarische Strategien gegen Anti-Gender-Mobilisierungen und strukturelle Diskriminierung.
Arbeitsschwerpunkte
Die AG Gender befasst sich mit Themen und politischen Prozessen zur Verbesserung von Geschlechtergerechtigkeit. Mit Stellungnahmen, Publikationen und Veranstaltungen setzt sie sich dafür ein, Geschlechtergerechtigkeit zu verwirklichen, Gewalt und Diskriminierung zu beenden und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben zu stärken. Die AG begleitet relevante Prozesse zum Thema Geschlechtergerechtigkeit des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und des Auswärtigen Amtes kritisch-konstruktiv. So bringt sich die AG in mit ihrer Expertise in die Umsetzung der feministischen Entwicklungspolitik, des Genderaktionsplans und des Qualitätsmerkmals „Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung und Inklusion“ des BMZ ein.
Die AG Gender arbeitet im Jahr 2026 weiter intensiv für Geschlechtergerechtigkeit sowie die Überwindung von Diskriminierung in den eigenen verbandspolitischen Strukturen und Praktiken. Dabei bringt die AG feministische Perspektiven in die Debatte zu Finanzierung, humanitäre Hilfe, Dekolonisierung und Weiterbildungen zum Thema feministische Ansätze in der Entwicklungspolitik ein. Genauso bietet sie den VENRO-Mitgliedsorganisationen eine Plattform zum Austausch über die Umsetzung und Weiterentwicklung von feministischen Ansätzen und Genderstandards in deren Projektarbeit.
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