Unser Jahresbericht
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind unverzichtbar, wenn wir eine gerechte und friedliche Welt gestalten wollen. Dennoch ziehen sich viele wohlhabende Staaten zunehmend aus ihrer internationalen Verantwortung zurück. Allein die Zerschlagung der US-Entwicklungsbehörde USAID reißt riesige Lücken bei der Entwicklungsfinanzierung – mit tiefgreifenden Folgen für Millionen Menschen weltweit.
Bei VENRO setzen wir uns für eine wertegeleitete, solidarische internationale Zusammenarbeit ein. Sie bildet das Fundament für Frieden, Menschenrechte und eine nachhaltige Entwicklung. Im Rahmen der Haushaltsverhandlungen 2024 positionierten wir uns mit klaren Forderungen für eine bedarfsgerechte Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe. Beim UN-Zukunftsgipfel machten wir uns für ein global gerechtes Steuersystem sowie einen fairen Entschuldungsmechanismus stark – zentrale Hebel, um Ländern im globalen Süden wieder Handlungsräume für Investitionen in Bildung, Gesundheit und Klimaschutz zu eröffnen.
Auch in Deutschland wachsen die Aufgaben. Der Druck auf unsere Mitglieder und alle Organisationen, die sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, nimmt beständig zu. Mehr denn je müssen wir jetzt das zivilgesellschaftliche Engagement stärken und verteidigen.
Tiefergehende Einblicke in unsere Arbeit erhalten Sie in unserem Jahresbericht 2024 (PDF).
Aus dem Inhalt
Das humanitäre Jahr 2024 – zunehmende Krisen, abnehmende Unterstützung
Von Anica Heinlein und Kayu Orellana Mardones
Das Jahr 2024 war in humanitärer Hinsicht ein Jahr der Negativrekorde: Seit dem Zweiten Weltkrieg wurden noch nie so viele bewaffnete Konflikte verzeichnet, die zudem oft katastrophale Folgen für die Zivilbevölkerung verursachten. Bereits im zwölften Jahr in Folge stieg die Zahl der weltweit Vertriebenen. 2024 erwies sich außerdem mit 365 getöteten Helfer_innen als das bislang tödlichste Jahr für humanitäres Personal.
Gemeinsam bringen wir die Lokalisierung voran
Die Stimmen unserer Partner_innen
Eine nachhaltige Reform der humanitären Hilfe ist nur möglich, wenn der globale Süden und der globale Norden politisch eng zusammenarbeiten. Diese Überzeugung teilen wir mit vier Netzwerken aus der Demokratischen Republik Kongo, aus Frankreich, Pakistan und dem Jemen. In der Initiative LOCALliance arbeiten wir gemeinsam daran, die Rolle lokaler Akteur_innen bei der Bereitstellung von humanitärer Hilfe zu stärken. Was zeichnet die Zusammenarbeit aus?
Countdown 2030: Neue Wege in der partnerschaftlichen Zusammenarbeit
Von Anke Kurat
Am 1. Mai 2024 starteten wir unser Projekt „Countdown 2030 – Globale Ziele brauchen Zivilgesellschaft“. Damit stellen wir unsere zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit auf eine neue Grundlage. Gemeinsam mit den Netzwerken CCRDA aus Äthiopien, ABONG aus Brasilien und VANI aus Indien stärken wir Nachhaltigkeitsthemen in zentralen multilateralen Prozessen.
Entwicklungsfinanzierung: Die Länder im globalen Süden brauchen mehr Mitspracherechte
Von Dr. Klaus Schilder
Noch verbleiben fünf Jahre, um die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung umzusetzen und die Welt damit auf den Kurs Richtung sozial-ökologischer Transformation zu setzen. Doch die Finanzierungslücke ist aktuell auf über vier Billionen US-Dollar angewachsen, und das ist nur die Summe, die jährlich fehlt, um die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
Eine nachhaltige Klimafinanzierung ist kein Luxus
Von Vera Künzel
Nach schleppenden Verhandlungen einigte sich die Weltklimakonferenz 2024 auf ein neues Finanzierungsziel. Die Industrieländer stehen in der Verantwortung, bis 2035 ihren gemeinsamen jährlichen Beitrag für Klimaschutz und zur Bekämpfung der Klimafolgen auf mindestens 300 Milliarden US-Dollar zu erhöhen. Das Finanzierungsziel liegt weit von der Summe entfernt, die der globale Süden tatsächlich für Klimaschutz und zur Bewältigung der Klimafolgen benötigt.
Antimikrobielle Resistenzen: Die unsichtbare Gefahr
Von Angela Bähr und Dr. Sonja Grigat
Antimikrobielle Resistenzen (AMR) sind eine der größten globalen Gesundheitsbedrohungen. Sie entstehen, wenn Krankheitserreger unempfindlich gegen Medikamente werden, wodurch Infektionen schwerer behandelbar sind und die Sterblichkeit steigt. Besonders betroffen sind verwundbare Gruppen wie Frauen, Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen sowie Geflüchtete.
NRO-Report „Feminist Journeys"
„Feministische Entwicklungspolitik ist keine Kür, sondern fundamental für eine nachhaltige Welt“, betonte Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze beim Launch unseres Berichts „Feminist Journeys“ am 27. Februar 2024 in der Berliner Kulturbrauerei. In dem Bericht erzählen unsere Mitglieder, wie sie ihre Arbeit mit Partnerorganisationen im globalen Süden feministisch gestalten.
Die politische Betätigung gemeinnütziger Organisationen ist in Gefahr
Von Jan Wenzel
Über zehn Jahre nachdem im Jahr 2014 dem Netzwerk Attac die Gemeinnützigkeit aberkannt wurde, spitzt sich die Diskussion um die politische Betätigung gemeinnütziger Organisationen immer weiter zu. Dabei hatte sich die sogenannte Fortschrittskoalition aus SPD, Grünen und FDP vorgenommen, „das Gemeinnützigkeitsrecht zu modernisieren, um der entstandenen Unsicherheit
nach der Gemeinnützigkeitsrechtsprechung des Bundesfinanzhofes entgegenzuwirken“. Gelungen ist ihr dies nicht.
An einem Strang ziehen – jetzt erst recht!
Von Sigrun Landes und Karla-Felicitas Braun
In Zeiten, in denen rechte Parteien weltweit erstarken und die Zivilgesellschaft unter Druck setzen, sind engagierte Menschen, die sich für mehr globale Gerechtigkeit einsetzen, wichtiger denn je. Wächst der Druck, ist es sinnvoll, die Köpfe zusammenzustecken, die Kräfte zu bündeln und gemeinsam Strategien zu entwickeln.
Mitgliederversammlung 2024
Starke Stimme für globale Verantwortung
Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind von essenzieller Bedeutung, um eine gerechte Welt zu gestalten. Doch mit Blick auf die internationale Zusammenarbeit hat sich das politische Klima in Deutschland stark verändert. Mit der Verabschiedung des strategischen Schwerpunkts für 2025/2026 „Starke Stimme für globale Verantwortung“ reagierte die VENRO-Mitgliederversammlung am 11. Dezember 2024 auf die politischen Turbulenzen des vergangenen Jahres.
VENRO-Forum 2024
Feministische Entwicklungszusammenarbeit in herausfordernden Zeiten
Viele deutsche NRO setzen sich aktiv für eine feministische Ausrichtung ihrer Arbeit ein. Sie leisten damit einen unverzichtbaren und nachhaltigen Beitrag in der internationalen Zusammenarbeit. Auf dem VENRO-Forum 2024 diskutierten wir mit Kolleg_innen aus unseren Mitgliedsorganisationen über bewährte Methoden, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten neue Strategien für
feministische Ansätze in herausfordernden Zeiten.
Interview
„Es ist gut, eine starke Stimme in der deutschen Politik zu haben“
Die Deutsch-Indische Zusammenarbeit (DIZ) engagiert sich in der Entwicklungszusammenarbeit und der Völkerverständigung. Das gemeinsame Ziel mit ihrer Partnerorganisation in Indien, dem Ecumenical Sangam Nagpur, ist es, die Lebensbedingungen in den Slums der Stadt Nagpur und in den umliegenden Dörfern zu verbessern. Seit 2024 ist die DIZ Mitglied bei VENRO. Um sie besser kennenzulernen, haben wir ihrem Geschäftsführer Jona A. Dohrmann drei Fragen gestellt.
Zum Jahresbericht 2024 (PDF)
Finanzen
VENRO standen im Jahr 2024 rund 2,5 Millionen Euro zur Verfügung, darunter Mitgliedsbeiträge in Höhe von 1,2 Millionen Euro und öffentliche Zusschüsse in Höhe von ein Millionen Euro. Im Finanzteil des Jahresberichts sehen Sie, wofür VENRO diese Mittel verwendet hat
Jahresabschluss 2024 (PDF)