Die Lage im Sudan ist erschreckend: Seit Kriegsbeginn 2023 wurde ein Drittel der Bevölkerung vertrieben, rund die Hälfte hungert. Kriegsverbrechen und schwerste Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Die internationale Bereitschaft zur Finanzierung der so dringend benötigten humanitären Hilfe für die Menschen im Land nimmt zugleich stetig ab. „Wir begrüßen, dass Deutschland hier eine aktive Rolle einnimmt und versucht, auf ein Ende des Konflikts hinzuwirken“, sagt Kayu Orellana, stellvertretender Vorstandsvorsitzender bei VENRO. „Die Bundesregierung sollte den Anspruch stärker betonen, als Verfechterin universeller Menschenrechte und Kämpferin gegen Hunger und Armut in der Welt wahrgenommen zu werden und entsprechend zu wirken. Diese Konferenz ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.“
Die Sudan-Konferenz erfülle gleich zwei wichtige Aufgaben, führt Orellana aus: „Sie schafft Aufmerksamkeit für eine humanitäre Katastrophe, die in Deutschland viel zu wenig Beachtung findet. Und sie schafft einen Raum für Dialog, ermöglicht es, über Lösungsansätze zu sprechen und den betroffenen Menschen im Sudan zuzuhören.“ Das sei essenziell, um die Bedingungen für die Zivilbevölkerung vor Ort zu verbessern.
Zugleich dürfe das Engagement hier nicht enden – nicht für den Sudan und nicht für die vielen anderen humanitären Krisen weltweit. „Die letzten Sudan-Konferenzen in Paris und London haben wenig Konkretes geliefert. Eine solche Konferenz kann wichtige Impulse geben, aber immer auch zum Strohfeuer werden“, sagt Orellana.